46.WMOC Eksjö/SCHWEDEN – Schweizer Staffel-Doppelsieg bei den Herren – Bei den Damen siegt Russland souverän!

Staffelstart Herren

Knappe Entscheidungen machten den letzten Wettkampftag im Staffelrennen wieder spannend! Bei den Herren war Dramatik pur angesagt! Team SUI 1 holt erkämpft sich die
Goldmedaille vor den Teamkameraden SUI 2 . Die Herrenstaffel RUS 1 verliert das Rennen nach dem letzten Wechsel!

Staffelwettbewerbe sind spannend und von Dramatik nicht zu überbieten!. Am Ende sieht man die Sieger mit einem
strahlenden Lächeln und bei den „Verlierern“ die Enttäuschung an. Schon bei den zwei Wettbewerben auf der Mittel- und Langdistanz hatten sich die Topathleten auf den Zahn gefühlt! Für die Coachs war es nicht einfach die Teams zusammenzustellen sowie die Startfolge festzulegen. Doch für alle Beteiligten
war dieser letzte Wettbewerb bei den 46. World Military Orienteering Championship ein Spektakel. Direkt nach dem Massenstart um 1000 Uhr in der Früh setzten sich die besten Läufer, von insgesamt 54 Staffeln, an die Spitze des Feldes. Die Herren hatten eine Bahnlänge von ca. 6200 m zu absolvieren. Die Gabelposten waren sehr eng gesteckt, so dass jeder Wettkämpfer von Beginn an konzentriert auf seine Strecke ging. Dieser Wettbewerb wurde in demselben Gelände der Langdistanz ausgetragen. Fast bei jedem passieren des Sichtpostens, bzw. der Übergabe an den folgenden Läufer tauschten die Topnationen die Führungspositionen durch und tasteten sich vorsichtig ab. Nach dem letzten Wechsel galt es für die Schlussläufer keinen Fehler mehr zu machen. Denn jeder
Fehler wird sofort bestraft und kostet jedem einzelnen Team wichtige Plätze. Beim
Durchlaufen des Sichtpostens führte noch die RUS 1 das Feld knapp an. Dicht auf
den Fersen waren die Schlussläufer beider Schweizer Staffeln Mattias Kyburz und
Bruder  Andreas Kyburz.

Was dann auf der letzten Schleife passierte kann man nur erahnen. Schlussläufer der Staffel RUS 1 (Dmitry Tcetkov) muss einen gravierenden Fehler gemacht haben. Denn beide schweizer Schlussläufer holten auf und setzten sich an die Spitze. Und wie kann es auch sein – zwischen Brüdern gibt es natürlich ebenfalls eine gewisse Konkurrenz. Am letzten Posten führte Andreas Kyburz 1 Sekunde vor seinem Bruder Matthias. Dann das Drama – durch eine ungenaue Richtungsweisung eines Einweisers an den Zielgassen verpasste er die korrekte Gasse und stürzte! Sein Bruder Matthias konnte dann entspannt die Ziellinie passieren. Schlussläufer RUS 1 (Dmitry Tcetkov) kam kurz dahinter im lockeren Trab in das Ziel hinein.

Staffelübergabe Klaus Rehner an Schlussläufer Sven Karstädt

Bei den deutschen Staffeln konnten sich in diesem Jahr wieder einmal nur eine in der Wertung platzieren. Die Staffel GER 1 (Frieling – Rehner – Karstädt) setzte sich aus den erfahreneren Läufern zusammen. Startläufer Björn Frieling ging das Rennen langsam an und hielt sich beim Startschuss besonnen zurück. Nachdem er seine Bahn absolvierte konnte er auf Position 35 liegend an Sven Karstädt übergeben. Karstädt, der in den letzten Jahren gezeigt hat, dass auf ihn Verlass ist, konnte jedoch keine Plätze gutmachen und übergab an den erfahrenen Schlussläufer Klaus Rehner. Doch auch ein erfahrener Läufer hat mal seinen „besonderen“ Tag. Durch einen Routenwahlfehler im letzten Drittel konnte Rehner nur noch als 36. Den Zielposten abstempeln.

„Pechvogel“ Heininger – Als Schlussläufer mit einem Fehlstempel

Die Staffel GER 2 (Steiger – Reichert – Heininger) war ausschließlich mit Nachwuchsläufern besetzt. Das Ziel für dieses Team war aber nicht nur Erfahrung zu sammeln, sondern noch einmal alles für das Team und die Mannschaft zu geben. Daniel Steiger, der laufstärkste dieser Staffel, ging ebenfalls nach Startschuss besonnen das Rennen an. Steiger, der nach den zwei Wettkämpfen gut mit dem Gelände zurechtkam, ging volles Risiko. Volles Risiko bedeutet aber auch Gefahr von Fehlern. Er übergab an Position 42 liegend an Manuel Reichert. Reichert konnte durch eine sichere Orientierungsleistung die Position halten. Schlussläufer Daniel Heininger konnte zwar durch eine starke Laufleistung zum Ende hin das Team leicht nach vorne bringen – dachte er. Nach Auswertung seines SI-Chips verzeichnete er leider einen Fehlstempel so dass
diese Staffel nicht in die Wertung kam.

Patrick Kudraß musste bei diesem Wettbewerb leider zusehen. Er zog sich bereits am ersten Wettkampftag auf der Mitteldistanz eine Augenverletzung zu. Trotz Verletzung startete Kudraß auf der Langdistanz und genoss jeden OL-Meter auf dem schwedischen Terrain.

Die Staffeln der Damen gingen 15 Minuten später, als die Herren, in den Massenstart. Hier gingen ausschließlich nur komplette Teams (3 Damen) auf die 4100 lange Bahn. Die
Spannung bei den Damen blieb nach dem zweiten Wechsel aus. Bereits hier setzte
sich das Team RUS weit vom Feld ab. Schlussläuferin Tatiana Riabkina brachte die Goldmedaille mit einem souveränen Vorsprung von über 8 Minuten locker nach
Hause. Silber sicherten sich die Damen aus Estland  vor dem Team aus Litauen.

Unvollständige Teams, so wie die beiden deutschen Damen, konnten im anschließenden VIP-Race ebenfalls ihre Erfahrung bei so einem Wettbewerb machen. Sie absolvierten vollständig  jeweils eine Bahn. Die erbrachten Laufzeiten lassen für die Zukunft auf ein gutes Ergebnis hoffen!

Ergebnisse:

Damen:

 

 

 

 

 

 

 

Sieger Staffel Damen

 

1. Vinogradova, Novikova, Riabkina (RUS)  100:10
2. Vanjuk, Rebane, Rihma (EST) 108:51
3. Valaité, Pauzaité, Kutkaité (LTU) 109 :29

Herren:

 

 

 

 

 

 

 

1. Merz – Hubmann, D. – Kyburz, M. (SUI 1) 104:42
2. Howald – Rollier – Kyburz, A. (SUI 2) 105:02
3. Novikov,L -Tsvetkov – Novikov,V (RUS) 106:22

36. Frieling – Karstädt – Rehner (GER 1) 183:27
Fehl: Steiger –  Reichert – Heininger (GER 2)

Das war´s! Nachher geht es zur Siegerehrung in gewohnter Weise. Die Topnationen mit
ihren Spitzenathleten stehen in gewohnter Weise auf dem Podest. Das deutsche Team kann sich mit solchen Nationen nicht vergleichen. Aber jeder Wettkämpfer hat unsere Nationen und den Orientierungslauf in der Bundeswehr mit allen Kräften repräsentiert. Jeder hat geschwitzt, gekämpft und manch einer kam auch wieder blutig aus dem Wald. Am Nachwuchs wird gearbeitet und der Weg nach vorne sowie ein realistischer Vergleich zwischen Nationen, die ebenfalls keine Spitzensportler am Start haben ist lang und hart!

Im nächsten Jahr wird die 47. World Military Championship in Österreich
ausgetragen. Österreich hat hier in Schweden bereits erste Eindrücke hinterlassen und Ihr Land, bzw. den Austragungsort in Güssing beeindruckend präsentiert! Für weitere Informationen ist die Webseite bereits aktiv.

 

 

 

 

 

 

 

Die Bundeswehrmannschaft grüßt alle Orientierungsläufer/-innen aus Eksjö/Schweden.
Team Germany

Von li: Vorne: Klaus Rehner, Melanie Günther Gina Keller, Sven Karstadt, Thomas Behnke (Trainer), Hans-Joachim Riehl (Teamkoordinator)
hinten: Patrick Kudraß, Manuel Reichert, Daniel Steiger, Daniel Heininger,
Björn Frieling (Missionschef)

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