46.WMOC Eksjö/SCHWEDEN – Rückblick auf Sieger und „Verlierer“!

Die Bundeswehrauswahlmannschaft ist wieder zu Hause gut angekommen. Bei dem ein oder anderen hängt noch die Sportbekleidung zum Trocknen auf der Wäscheleine und die
Muskulatur ist noch leicht verspannt. Trotzdem bleibt nun
ein bisschen Zeit einen kleinen Rückblich auf die WMOC zu werfen.

Die diesjährige Militärweltmeisterschaft ist für das deutsche Team besser gelaufen als erwartet, obwohl auch in diesem Jahr, wieder kein Deutscher auf das Podest laufen konnte. Wen wundert es? Die Topnationen mit den Spitzenathleten, die auch in der zivilen Weltrangliste die Topplätze belegen, siehe Webseite World of O, haben die Medaillen unter sich ausgemacht. Unsere „Konkurrenz“ Daniel Hubmann, Matthias Merz, Andreas Kyburz, Matthias Kyburz, Leonid Novikov, Valentin Novikov, Fredéric Tranchand, usw., usw. hatten alle schwer zu kämpfen und holten alles aus sich heraus. Denn für diese Spitzenklasse im Orientierungslauf sind die Gegner dieselben wie auf der zivilen Weltmeisterschaft. Und auch bei der Weltspitze gibt es mal lange Gesichter. So z.B. als auf der Langdistanz kein Schweizer bzw. russische Athlet auf dem Podest stand!

Mit den Ergebnissen der Bundeswehrauswahlmannschaft ist Teamkoordinator (Teamkapitän) Hans-Joachim Riehl dennoch zufrieden. Nach der, nicht wie geplanten, Qualifikation, und mit Verletzungspech verfolgten Christoph Freudenfeld, sowie der Nichtabkömmlichkeit von weiteren guten Läufern, hat das Team durchweg zufriedenstellende Ergebnisse erkämpft (siehe Einzelberichte zu  den Wettbewerben). Kann man zufrieden sein, wenn eine Platzierung eines Läufers bei Platz 91 von 193 liegt? Ja man kann. Und man kann auch zufrieden sein bei erzielten Platzierungen, die bei Platz 130 liegen. Bei der WMOC starten jedes Jahr Nationen die mit allen Nationen in der zivilen Profiklasse vertreten sind. Und wer soll diese Athleten schlagen? Somit heißt es für das Bundeswehrteam auch in den nächsten Jahren, mit olympischen Gedanken, an diesem Event teilzunehmen und das Beste zu geben. Die Ergebnisse können nur verbessert werden, wenn das Team auch über Athleten verfügt, die OL schon in den Kinderschuhen betrieben haben und mit der Sportart herangewachsen sind. Die Nachwuchswerbetrommel schlägt ständig. Das Team hofft auf jeden Orientierungsläufer aus dem Jugendbereich, der mal mit dem Gedanken spielt, den Soldatenberuf zu wählen und sich bei der Bundeswehr bewirbt. Denn dann hast du die Chance bei einer Militär-Weltmeisterschaft vor oder hinter deinen Idolen zu starten, oder diese im Wald am Posten zu treffen!

Es geht zwar langsam mit dem Orientierungslauf in der Bundeswehr voran, aber es bewegt sich etwas! Der Nachwuchs, der jetzt schon im Kader verfügbar ist hat zu den „alten Hasen“ aufgeschlossen. Man wird ja auch nicht jünger, so dass die Laufleistung und die Belastbarkeit von Jahr zu Jahr abnimmt.

Und, und, und ….! Es ist eigentlich jedes Jahr dieselbe Analyse und Erfahrung die man macht. (Siehe Auswertungen der letzten WMOC´s).

Die Bundeswehrmannschaft nimmt an einer Orientierungslauf-Wettbewerb teil und alle orientieren und laufen. Einige Nationen die sich besser platziert haben, z.B. die arabischen Staaten, können sehr stark laufen aber nicht orientieren! Denn die Taktik ist ganz klar. Laufe zum ersten Posten und warte bis ein Spitzenathlet vorbeikommt. Er verliert zwar 4-5 Minuten aber dann kommt ein Topathlet, z.B. Valentin Novikov vorbei. Bei Novikov hängt er sich dran und läuft schlapp im Schatten 15 Posten hinterher. Falls er abreist wartet er auf den nächsten – dann kommt z.B. Mattias Merz vorbei – dann läuft er wieder mit, wenn es sein muss sogar bis ins Ziel. So kommen die besseren Laufzeiten dieser Nationen zustande und am Ende ist es ein bisschen frustrierend!

Zum Schluss nun noch ein paar Impressionen.

… die Sieger

Sieger Men Middle

Sieger Women Middle

Sieger Men Long

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… die „Verlierer“

 

Klaus Rehner, der „alte Schwede“ hat von seiner diesjährigen  Teilnahme in O-Ringen profitiert. Er kam mit dem Gelände am besten zurecht!

Sven Karstädt ist einer der beständigsten Läufer im Team. Trotz Hüftprobleme hat er die schnellste Zeit, aus deutscher Sicht, auf der Langdistanz erzielt.

Hauptfeldwebel Sven Karstädt

Björn Frieling

Björn Frieling konnte sich dieses Jahr zweimal auf Platz 130 einreihen. Als Missionschef hatte er in Schweden eine Doppelbelastung und nicht immer den Kopf frei. Aber auch Frieling wird noch einige Wettkämpfe für das Team laufen müssen.

Manuel Reichert

Manuel Reichert der „Matrose“! Als Navigationsmeister auf einem Boot eingesetzt ist er nicht oft an Land und kann OL trainieren. Dennoch hat er sich in diesem Jahr der Herausforderung gestellt und seine erste WM absolviert. Seine Entwicklung ist abzuwarten. Er ist noch Jung und kann noch viel erreichen wenn er ….!

Patrick Kudraß, einer unserer Hoffnungen hatte bei seiner zweiten Weltmeisterschaft Pech. Auf der Mitteldistanz bekam er ein Ast in das Auge. Trotz Augenverletzung lies er sich es nicht nehmen und startete auf der Langdistanz – Respekt!

Patrick Kudraß

Daniel Heininger

Daniel Heininger bei seiner ersten WM. Alles neu – alles anders – irgendwie schwedisch! Auch er hat erst vor 2 Jahren angefangen mit OL. Auf der Mitteldistanz noch leichte Anpassungsschwierigkeiten mit dem Gelände hat bei der Langdistanz alles herausgeholt – jede Sekunde zählt – nach Zielstempel wird gek……! Bei der Staffel brachte er leider einen Fehlstempel nach Hause – eine wichtige Erfahrung, die er nicht mehr vergisst!

 

Daniel Steiger, der „Youngster“ im Kader.

Daniel Steiger

Zeigte auf der Mitteldistanz die beste Leistung und brachte wichtige Punkte für die Nationenwertung nach Hause. Sein Ziel – „nächstes Trainingsfleiß und Interesse für den OL ist beispielhaft! So wünsche ich mir jeden Wettkämpfer!

 

 

 

Melanie Günther

Melanie Günther startete bei so einem hochklassigen Event zum ersten Mal. Zwar hatte sie vor einigen Jahren schon einmal OL gemacht, aber so richtig ist sie nicht dabei geblieben. Die Glut für die Nordrichtung wurde in diesem Jahr beiden OL-Meisterschaften am Ausbildungszentrum in Munster zu Flamme entfacht. Nach einem kurzen Gespräch war sie dabei. In der Vorbereitung lief sie in Frankreich und Österreich mit immer besseren Ergebnissen! Sie wird nicht mehr wegzudenken sein!

 

Und ebenfalls nicht mehr wegzudenken ist Gina Keller.

Gina Keller

Auch sie hat vor zwei Jahren erst mit OL angefangen. Stationiert an der Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt/Obb. hat sie sehr gute Trainingsmöglichkeiten. Auf der Mitteldistanz noch mit einem Fehlstempel nach Hause gekommen, hat sie auf der Langdistanz es wissen wollen. Ihre Platzierung kann sich nach dieser kurzen OL-Zeit sehen lassen. Ihre Konkurrentinnen hat sie kennengelernt und für nächstes Jahr im Visier!

 

Thomas Behnke (Trainer) oder besser als der „Kümmerer“ bekannt. Er hatte einiges zu tun in diesem Jahr! Nach der Organisation der 9. OL-Meisterschaft am Ausbildungszentrum Munster war es nicht leicht noch zu diesem Event zu fahren.

Thomas Behnke (Trainer)

Seine Betreuung war vorbildlich. Auch er hatte mal ein paar Minuten um OL zu machen. Hier bei einem „Fun-OL“. Das war ein Sprint in der Kaserne mit einer spiegelverkehrten Karte!

 

 

 

Hans-Joachim (HaJo) Riehl – Teamkoordinator.

Hans-Joachim (HaJo) Riehl – Teamkoordinator

Immer einen versteckten Blick auf die Konkurrenz geworfen um zu sehen, was die besser machen. Auch Weltmeister haben Trainer, denn auch Weltmeister machen Fehler, und diese Fehler werden unmittelbar bestraft! Der Aufbau des Teams ist schwer aber er geht voran.
„Bevor ich in Pension gehe hinterlasse ich ein funktionierendes, leistungsfähiges Team“!
Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr!

 

Ein besonderen Gruß nach Schweden geht an „FROGGY“.

„FROGGY“ unser „Glücksbringer“

Auf seiner feuchten Wiese war an diesem Tag ganz schön was los.
Froggy hat sich das beste Plätzchen ausgesucht, beim deutschen Team natürlich!

Bericht und Fotos:
Hans-Joachim Riehl
Teamkapitän

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