Bilaterales Trainingslager/Wettkampfwoche der Bundeswehrauswahlmannschaft im Orientierungslauf in BELGIEN

Vom 07.06. bis 13.06.2011 fand in Marche-en-Famenne/BELGIEN ein bilaterales Trainingslager der  Belgischen Streitkräfte sowie der 3-Tage-OL von BELGIEN statt.
Als ausländische Mannschaften waren die CISM-Teams aus den Niederlanden, Frankreich sowie die Bundeswehrauswahlmannschaft CISM im Orientierungslauf zu Gast.
Die deutsche Delegation nahm an diesem Regionalturnier zur Vorbereitung auf die diesjährigen 5. Military World Games in Rio de Janeiro/BRASILIEN, die vom 16.-24.07.2011 stattfinden werden, teil. Leider konnte nicht der komplette BRASILIEN-Kader an dieser Maßnahme teilnehmen, so dass auch der Nachwuchs die Chance bekam internationale Wettkampferfahrung zu sammeln.
Das Bundeswehrteam setzte sich aus folgenden Läufern zusammen:
  • Stabsfeldwebel Hans-Joachim Riehl (Teamkapitän)
  • Leutnant Björn Frieling
  • Hauptfeldwebel Sven Karstädt
  • Hauptfeldwebel Thorsten Belde
  • Stabsfeldwebel Reinhard Schramm
  • Feldwebel Philipp Powik
  • Obergefreiter Martin Friebe
Von links nach rechts: StFw Riehl, HptFw Belde, Lt Frieling, OG Friebe,
StFw Schramm, Fw Powik, HptFw Karstädt.
Foto: Hans-Joachim Riehl
Am Mittwoch kämpften 162 Soldaten und 18 Soldatinnen im Finale der Belgischen Militärmeisterschaften um den Titel. Wie zu erwarten war gewann Geert SIMKENS (BEL CISM-Team) mit deutlichem Vorsprung vor Jo LINTEN und Bart Delobel.
Die ausländischen CISM-Teams hatten eine eigene Bahn, wobei nur die Teams aus Frankreich und Deutschland am Start waren, so dass diese Veranstaltung als „Training unter Wettkampfbedingungen“ abgehakt wurde. Das CISM-Team aus den Niederlanden ist erst später angereist.
Der Donnerstag wurde zum Training genutzt. Vormittags standen zwei kurze Einheiten auf dem Programm. Dieses Training diente ausschließlich zur Verbesserung der OL-Technik. Es wurden nur reduzierte Karten mit Höhenlinien/Geländeformen und Gewässerobjekte genutzt. Bei der ersten Einheit waren die Postenstandorte und die Bahn vorgegeben.
Bei der zweiten Einheit galt es eine vorgegebene Bewegungslinie (Linien-OL) auch im Gelände zu verfolgen und die Postenstandorte zu finden und in der Karte zu bertragen.
Am Nachmittag gab es ein Staffeltraining. Das CISM-Team aus Frankreich hatte dieses Training vorbereitet. Insgesamt wurden am Nachmittag vier kurze Einheiten durchgeführt.
Bei der ersten Einheit sind alle Läufer auf drei Bahnen aufgeteilt worden und jeder Läufer bekam, nach Losverfahren, eine Karte bzw. Bahn. Nach einem Massenstart gingen alle Läufer ins Rennen. Bei dieser Einheit kam es darauf an, nach Massenstart und Bewältigung seiner Bahn als erster im Ziel zu sein. Die ausgegebene Karte hatte ein Maßstab von 1:7500. Für die Zeitnahme und Kontrolle wurde Sportident genutzt.
Nachdem alle Läufer im Ziel waren und eine kurze Pause zur Erholung genutzt hatten, ging es gleich zum zweiten Lauf. Hierzu wurden alle Teilnehmer in Gruppen von ca. 4-5 Läufer eingeteilt. Mit einer Karte im Maßstab 1:5000 war das Ziel, als erster von der Gruppe an jedem Posten zu sein! Somit wurde bei diesem Lauf ebenfalls ein sehr hohes Tempo angeschlagen! Der Start zum nächsten Posten erfolgte nach dem der Letzte von
der Gruppe beim Posten ankam. Derjenige, der die meisten Posten als erster angelaufen hatte war der Beste. Die dritte Einheit ähnelte der zweiten, wobei die Läufergruppen noch einmal gemischt wurden.
Bei der vierten Einheit an diesem Nachmittag wurden, nach einem Jagdstart mit 30 Sekunden Abstand, alle auf dieselbe Bahn geschickt. Bei dieser Trainingseinheit hatte die Karte ein Maßstab von 1:10000, so dass man sich wiederum mit der Handhabung der Karte umgewöhnen musste.
Nach den zwei Einheiten am Vormittag mit ca. 8 km und den vier Einheiten nachmittags mit 10 km Streckenlänge sowie dem hohen Tempo, kam am Donnerstag jeder auf seine Kosten!
Freitagvormittags wurde eine weitere Trainingseinheit durchgeführt. Ein Korridor-OL mit 8,1 km Streckenlänge und 23 Posten war zu absolvieren.
Auch hier galt es die Kompassrichtung genau zu halten um sich ausschließlich, in dem ca. 50-100 m breiten vorgegeben Korridor, bzw. auf dem Kartenstreifen zu bewegen.  Den Nachmittag nutzten die meisten zur Regeneration, da das bevorstehende Wettkampfwochenende sehr anspruchsvoll sein wird. Nur Hauptfeldwebel Thorsten Belde, der sich für die 5. Military World Games in BRASILIEN bereits qualifiziert hatte, und Leutnant Björn Frieling (1. Reserve-Wettkämpfer) legten am Nachmittag noch eine Trainingseinheit mit dem französischen CISM-Team noch ein.
Am Samstag wurde es wieder ernst! Die erste Etappe des 3-Tage-OL von BELGIEN stand an. Das typische Gelände der Ardennen war geprägt durch eine Mischung von Laub-und Nadelwälder mit großen, tiefen Taleinschnitten. Viele einzelne Geröllfelder, sowie hochgewachsene Bodenvegetation, die teilweise nicht auf der Karte eingezeichnet waren, machte das Laufen nicht einfach. Das Team der Bundeswehr hatte auf der Langdistanz eine Bahnlänge von 9500 m, 320 Höhenmeter und 22 Kontrollposten zu bewältigen. Jeder hatte an diesem Tag mit der Bahnlänge und den Höhenmetern zu kämpfen, da bei dem ein oder anderen das Training noch in den Beinen steckte. Routenwahlfehler wurden in diesem Gelände gleich mit vielen Höhenmetern und massivem Zeitverlust bestraft.
Das Gelände am Sonntag auf der zweiten Etappe ähnelte dem vom Vortag. An diesem Wettkampftag ging es auf die Mitteldistanz mit  einer Bahnlänge von 5300 m, 150 Höhenmetern und 18 Kontrollposten.
An diesem Tag wurde noch ein Sprintwettbewerb als dritte Etappe durchgeführt. Dieser wurde im Stadtkern  von Beauraing veranstaltet. Das Stadtgelände war relativ offen und hatte keine besonderen Schwierigkeiten vorzuweisen! Jeder Wettkämpfer vom Bundeswehrteam hatte eine Bahn mit 3000 m, 50 Höhenmeter und 22 Posten zu bezwingen.
Am Montag wurde noch einmal von jedem alles abverlangt. Auf der vierten Etappe
ging es wiederum auf eine Langdistanz. 8500 m Bahnlänge, 220 Höhenmeter und 24 Posten waren zum Schluss zu bezwingen! Jeder Wettkämpfer hatte Mühe an den Leistungen der Vortage anzuknüpfen, denn der Akku war bei jedem nach dieser harten Woche fast leer!
Die Gesamtwertung/Platzierung erfolgte nach einem Punktesystem. Die besten 3 von 4 Rennen wurden für die endgültige Platzierung berücksichtigt. Für jedes der 4 Rennen (einschließlich des Sprints), erhielt jeder Teilnehmer Punkte (die sich wie folgt berechneten):
– der erste Platz in der Alters-Kategorie erhält 1000 Punkte
– die Punkte für anderen Teilnehmer sind nach der Formel:
(ZEIT des Ersten Läufers in Sekunden) x 1000 geteilt durch (ZEIT des Läufers in Sekunden)
Die Gesamtwertung basiert auf den besten 3 Rennen, mit einem Maximum von 3000 Punkten.
Das Schlechteste der 4 Rennen wurde ignoriert.
So ist es möglich, wenn man nur 3 von 4 Rennen läuft, in die Wertung zu kommen.
Die Ergebnisse der Mannschaft im Einzelnen in der Läufer-Kategorie H21 finden Sie hier.
Bericht:
StFw Hans-Joachim Riehl
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